Nachrichten

AZ-Bericht zur Arbeitgeberehrung 2006

Mit Genehmigung der Augsburger Allgemeinen


Versammlung der Bürger mit Behinderung am 11.10.06


Zehn Jahre Behindertenbeirat der Stadt Augsburg

Es sah ganz so aus, als wollte auch die Sonne dem Behindertenbeirat der Stadt Augsburg ihre Referenz erweisen. Gerade rechtzeitig zum Beginn des Festaktes anlässlich des zehnjährigen Jubiläums durchbrach sie die Regenwolken und verlieh dem jüngst erst restaurierten Kleinen Goldenen Saal einen besonders zauberhaften Glanz. Einen Glanz, der sich auch in den Augen vieler Gäste wiederspiegelte, vor allem jener Gäste, denen es bislang wegen ihrer eingeschränkten Beweglichkeit gar nicht möglich war, dieses Rokokojuwel im zweiten Obergeschoß des ehemaligen Jesuitenkollegs zu betreten. Jetzt erst gibt es einen Personenaufzug, der es zusammen mit anderen Verbesserungen (Eingangsbereich, Toiletten etc.) auch gehbehinderten Menschen möglich macht, einen ganz besonderen Augsburger Kulturgenuß zu erleben.

Dabei war es alles andere als einfach, dieses altehrwürdige Gebäude barrierefrei auszubauen. Statische Probleme und denkmalpflegerische Belange stellten zunächst schier unlösbare Hürden dar, doch meisterhaftes Können der AGS-Techniker, verbunden mit unermüdlichem Einsatz des Wohnungs- und Stiftungsamtsleiters Gerd Mordstein, verständnisvoller Mitwirkung der Fachbehörden von Denkmalschutz und Archäologie, vor allem aber mit dem großherzigen finanziellen Engagement mehrerer öffentlicher und privater Förderer, allen voran der Stadtsparkasse Augsburg und der Gemeinschaftsstiftung „Mein Augsburg“ machten dieses Wunder möglich, wie es der Vorsitzende des Behindertenbeirates, Arno Erlei, in seiner Ansprache zum Ausdruck brachte. Erlei und einige andere BBR-Mitglieder haben die gesamte Maßnahme beratend begleitet. Der besondere Bezug des Beirates, der dabei zu diesem Festsaal entstand, war ein weiterer Grund, warum das zehnjährige Jubiläum dort gefeiert wurde.

Dekan Michael Maier, der ebenso wie sein evangelischer Kollege Rektor Heinrich Götz ein kirchliches Grußwort sprach, freute sich ebenfalls sehr über diese Neuerung. Dekan Maier ist selbst seit Jahrzehnten Rollstuhlfahrer und kennt die Nöte behinderter Menschen sowohl aus eigener Erfahrung, als auch aus seelsorgerischer Tätigkeit bestens.

Jede Barriere, die abgebaut wird, hilft behinderten Menschen einen Schritt weiter zu einem „selbstbestimmten Leben“. Dieser Begriff war ein wesentlicher Aspekt in der Festrede von Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel. Der Leiter des Transplantationszentrums am Klinikum Augsburg, der auch Mitglied des Nationalen Ethikrates ist, beleuchtete diesen Begriff aus medizinischer und philosophischer Sicht. Er zeigte neben vielen anderen interessanten Gedanken auch deutlich auf, aus welchen kulturellen Wurzeln unsere heutige Vorstellung von der „Würde des Menschen“ gewachsen ist.

Sozialreferent Dr. Konrad Hummel rief dann noch alljene BBR-Mitglieder namentlich auf´s Podium, die seit der Gründung im Mai 1996 im Beirat aktiv sind und dankte jedem einzeln mit persönlichem Präsent und persönlichen Worten, die auch einige Höhepunkte der vergangenen Jahre wieder in Erinnerung riefen und somit auch gleich eine „Kurz-Chronik des BBR“ darstellten.

Ein abschließender Imbiß, kredenzt vom Haus- und Hoflieferanten Feinkost Kahn rundete den schönen Abend ab. Lange noch lange hallten im Foyer die Klänge von Fachgesprächen und gemütlichem Erinnerungsaustausch.


Bilder der Jubiläumsfeier


...und das schreibt die Augsburger Allgemeine:




"Die Perspektive des anderen übernehmen"

Behindertenbeirat schaut auf zehnjähriges Wirken zurück

(gek). "Wie viele Male hat man mich all die Jahre mühsam die Treppen hier hinauf in den Kleinen Goldenen Saal getragen", schaut Regionaldekan Dr. Michael Mayr zurück. "Wunderbar" sei es für ihn jetzt, dass er den neuen Aufzug nehmen konnte. Der Aufzug im Kleinen Goldenen Saal ist einer der jüngsten Erfolge, auf den der Behindertenbeirat der Stadt bei seiner Feier des zehnjährigen Bestehens hinweisen konnte. Mayr war als Gast zu diesem Fest geladen.

Bei der Feier im Kleinen Goldenen Saal wurde deutlich, dass in den vergangenen zehn Jahren nicht nur manche städtebaulichen Barrieren beseitigt werden konnten, sondern dass sich auch das gesellschaftliche Bewusstsein im Zusammenleben mit Behinderten geändert hat. Arno Erlei, der Vorsitzende des Behindertenbeirats, verwies auf die gesetzlichen Neuerungen, die darauf abzielen, "dass der behinderte Mitbürger auf dem allgemein üblichen Weg ohne besondere Erschwernis oder fremde Hilfe sein Ziel erreichen kann". Der Behinderte dürfe nicht das "Objekt fürsorglicher Betreuung" sein, vertiefte dies Michael Mayr. Heute genieße es Mayr sehr, sich von St. Ulrich bis St. Moritz auf dem breiten Gehsteig bewegen zu können, ohne große Bordsteine überwinden zu müssen.

Um solche Barrieren abzubauen, hat sich der Behindertenbeirat immer wieder eingemischt und mischt sich weiterhin ein. "Wir sind stolz auf unsere Erfolge", so Erlei. Dabei nannte er etwa die Barrierefreiheit im Maximilianmuseum, im Hofgarten und wenn auch noch eingeschränkt im öffentlichen Nahverkehr. In wenigen Wochen werde auch das Rathaus barrierefrei sein. In den Blick genommen werde die Mobilitätsdrehscheibe.

Seinen "Respekt" vor dem Behindertenbeirat bekundete Sozialreferent Dr. Konrad Hummel. Der Beirat habe immer darauf hingewirkt, "über neue Wege nachzudenken", wie der Mensch mit Behinderung nicht "versorgt", sondern integriert werden könne. Festredner Prof. Eckhard Nagel, Leiter des Transplantationszentrums Augsburg und Mitglied im Nationalen Ethikrat, entfaltete den gesellschaftlichen Kontext im Umgang mit Behinderten. "Unsere Gesellschaft ist viel auf die Funktionalität konzentriert", merkte er kritisch an. Er plädierte dafür, immer wieder die Perspektive des anderen zu übernehmen. Wenn es um die Lebensqualität von Behinderten gehe, so sei dies nicht nur eine Frage nach der Zahl der abgesenkten Bürgersteige. Zu fragen sei vielmehr auch: Wie geht es jemandem mit seiner Behinderung?

Die Grüße der evangelischen Kirche überbrachte Pfarrer Heinrich Götz, Rektor des Diakonissenhauses. Er würdigte die "zehn Jahre Bewusstseinsarbeit", die der Behindertenbeirat geleistet habe. Im Rahmen der Feier wurden auch 14 aktive Gründungsmitglieder geehrt.
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Augsburger Allgemeinen)


PAb 2010 - das "Projekt Augsburg barrierefrei"

Nach dem überaus erfolgreichen Jahr der Menschen mit Behinderung 2003 hat der Beirat nun seine Ziele für die Zeit bis 2010 formuliert. Lesen Sie hier mehr.


Wegweiser der Selbsthilfegruppen erschienen

Der Wegweiser der Selbsthilfegruppen mit über 200 Seiten handfester Hilfe zur Selbsthilfe ist jetzt bei den öffentlichen Stellen der Stadt kostenlos erhältlich. Die Internet-Seite der Augsburger Selbsthilfegruppen erreichen Sie über diesen Link. Dort finden Sie ebenfalls wertvolle Informationen.


Gute Nachrichten!

Der Schwerbehindertenausweis kann ab sofort online beantragt werden. Lesen Sie mehr dazu in der Pressemitteilung des Sozialministeriums.


Antrag online

Menschen mit Behinderung können in Bayern ab sofort Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht bequem von zu Hause aus über das Internet stellen“, gab Bayerns Sozialministerin Christa Stewens heute in Bayreuth bei der Freischaltung dieses Online-Angebots bekannt. Stewens: „Die eGovernment-Offensive der Staatsregierung ist damit – nach dem großen Erfolg der Online-Antragstellung für das Bundes- bzw. Landeserziehungsgeld – einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen.“
Bei weit über 200.000 Anträgen im Jahr ist das Internet nach den Worten der Ministerin von großer Bedeutung. „Die Antragstellung ist rund um die Uhr möglich, barrierefrei und sicher“, erläuterte Stewens und fügte hinzu: „Der bayerische Online-Antrag ist bundesweit der erste, der in der so genannten Interviewtechnik abgefasst ist, und bietet hohen Bedienkomfort: Der Aufwand reduziert sich erheblich dadurch, dass der Antragsteller nur noch Angaben zu den Fragen machen muss, die auf seinen konkreten Fall zutreffen. Such- und Schreibarbeiten vermindern sich entscheidend. Zur Ermittlung der Anschriften von behandelnden Ärzten und Krankenhäusern genügen beispielsweise Name und Praxisort.“ Auch die Verwaltung werde deutlich entlastet, da die zusätzliche Datenerfassung entfällt. Mit der heutigen Freigabe sei das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Bürger werde künftig auch in die Lage versetzt, den aktuellen Bearbeitungsstand seines Verfahrens via Internet abzurufen, informierte die Ministerin.
„Ich wünsche mir, dass insbesondere die Behindertenverbände dieses komfortable Angebot in großem Umfang nutzen“, betonte Stewens. „Wir bringen damit auch die Verwaltungsreform weiter voran und bieten dem künftigen ,Zentrum Bayern Familie und Soziales’ beste Startbedingungen auf dem Weg zu einem modernen Dienstleistungszentrum für alle Anliegen behinderter Menschen in Bayern. Deshalb gliedern wir die Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen in das Zentrum ein.“
In Bayern gibt es 1.040.500 Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr. Die Hauptbehinderungen betreffen den Bewegungsapparat wie Gliedmaßen und Wirbelsäule (29 Prozent) sowie die inneren Organe (26 Prozent). Hauptursachen sind Krankheiten mit 87 Prozent; sechs Prozent der Behinderungen sind angeboren.
Das Verfahren wurde vom Bayerischen Landesamt für Versorgung und Familienförderung entwickelt; im Internet kann der Antrag unter https://www.schwerbehindertenantrag.bayern.de aufgerufen werden.


Mobilitätsdrehscheibe Augsburg-BBR nimmt Stellung

Zum Projekt Mobilitätsdrehscheibe Augsburg nimmt der Behindertenbeirat ausführlich Stellung. Lesen Sie hier mehr oder diskutieren Sie im neuen Chat.


BBR Extra - Wir stellen uns vor.

In der Extra-Ausgabe unseres Newsletters BBR AKTUELL erfahren Sie alles über den neuen Beirat. Laden Sie die Ausgabe hierherunter.


Steuertips

Pauschbetrag für behinderte Menschen

Behinderte Bürger können ihre Steuerbelastung mindern, wenn sie in ihrer Einkommensteuer-Erklärung den nach dem Grad der Behinderung gestaffelten Pauschbetrag (zwischen 310 und 1420 €) beantragen. Die Pauschbeträge sind seit vielen Jahren nicht mehr an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst worden.
Wegen einer beim Bundesverfassungsgericht diesbezüglich anhängigen Beschwerde (Az.:
2 BvR 1059/03) ergehen seit kurzem alle Steuerbescheide insoweit auch ohne besonderen Antrag vorläufig.

Unterbringung in einem Alten(wohn)heim

Kosten für die eigene krankheits- oder behinderungsbedingte Unterbringung in einem Heim (oder für eine entsprechende Unterbringung eines nahen Angehörigen) können ab dem Zeitpunkt der Feststellung mindestens der Pflegestufe I als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob die betreffende Person bereits vorher in das Heim übergesiedelt ist (Schreiben des Bundesministers der Finanzen vom 20.1.2003, Bundessteuerblatt 2003 Teil I S. 89).

Kraftfahrzeugkosten bei behinderten Menschen (GdB mind. 80 oder 70 mit Merkz. G)

Bei diesem Personenkreis sind Kraftfahrzeugkosten nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 18.12.2003 (Bundessteuerblatt 2004 Teil II S. 453) auch bei geringer Jahreskilometerleistung nur in Höhe der Kilometerpauschbeträge angemessen.
Im Urteilsfall ergaben sich bei einer Jahresfahrleistung von (nur) 3601 km Kosten in Höhe von 2,26 DM pro Kilometer. Das Finanzamt berücksichtigte die Kosten als steuermindernde außergewöhnliche Belastung nur in angemessener Höhe von 0,58 DM je gefahrenen Kilometer. Der Bundesfinanhof bestätigte die Entscheidung des Finanzamts. Anmerkung: Ab 2002 beträgt der Kilometerpauschbetrag 0,30 € je Kilometer.


Mehr Sicherheit auf Treppen gefordert

Der Behindertenbeirat fordert mehr Sicherheit auf Treppen. Zur Pressemitteilung im PDF-Format


50,000 Zugriffe - der Behindertenbeirat sagt Danke

Am 17.12.2003 war es soweit: Seit Mitte 2002 haben 50 000 Benutzer auf unsere Seiten geklickt, ein Riesenerfolg für unser Informationsangebot. Im nächsten Jahr machen wir mit neuen Angeboten und Features weiter. Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!


Rollstuhl Rallye - Die Ergebnisse


Ê-Learning für Behinderte

Die deutsche Rentenversicherung Schwaben wird ab September arbeitslosen Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, an einer zweijährigen Umschulungsmaßnahme zum Gesundheitskaufmann mit E-Learninginhalten teilzunehmen. Sämtliche Kosten für die Umschulung überniimmt die Deutsche Rentenversicherung Schwaben. Informationen erhalten Sie beim Berufsförderwerk München unter Telefon 08091511159 oder hier im Internet.


Neuer Flyer - Informationen rund ums Arbeitsleben

Der Fachbereich Arbeit und Beruf informiert in einem neuen Flyer über Hilfestellungen für Menschen mit Behinderung im Berufsleben. Hier können Sie den Flyer herunterladen.


Impressionen vom adventlichen Beisammensein


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